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Allgemeine Informationen


Im Rahmen der Vortragsreihe Beiträge zur Regelungstechnik berichten Referenten aus Industrie und Forschung an 4-5 Terminen pro Semester von ihrer Tätigkeit in Forschung, Entwicklung und Anwendung.

 

Die Veranstaltung findet im Seminarraum des IRT (Raum 54A/202) statt.

 

Eingeladen ist jeder Interessierte. Um telefonische oder E-Mail-Voranmeldung wird gebeten.

 

Gerne nehmen wir Sie auch in unseren Verteiler auf. Dazu genügt ein kurzer Hinweis an unser Sekretariat.

Sommersemester 2008

Mittwoch, 2. Juli 2008, 16:00 Uhr

Automatisches Differenzieren von Matlab-Programmen

Univ.-Prof. Christian Bischof, Ph.D.

Leiter des Rechen- und Kommunikationszentrum und Inhaber des Lehrstuhls für Hochleistungsrechnen in der Fachgruppe Informatik

RWTH Aachen

 

Kurzfassung:

Die Berechnung von Ableitungen ist Grundlage von numerischen Verfahren sowie Ansätzen für Sensitivitätsanalyse, Parameterschätzung, Designoptimierung oder optimaler Versuchsplanung. Mittels des automatischen Differenzierens (AD) können Ableitungen von Computerprogrammen genau und effizient berechnet werden indem die Kettenregel automatisiert auf Elementaroperationen angewandt wird. Die Assoziativität der Kettenregel erlaubt hierbei die Ausnutzung von Programmstruktur um den Berechnungs- und Speicheraufwand zu reduzieren.

In diesem Vortrag werden die Prinzipien von AD sowie das AdiMAT Werkzeug zur Implementierung von AD für Matlab-Programme vorgestellt.

 

Mittwoch, 21. Mai 2008, 16:00 Uhr

Anwendung von Modelica-Simulationen im Bereich der Gebäudetechnik

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dirk Müller

E.ON Institut für Energieforschung

Lehrstuhl für Gebäude- und Raumklimatechnik, RWTH Aachen

 

Kurzfassung:

Die Gebäude- und Anlagensimulation ist ein wichtiges Planungswerkzeug für energieeffiziente Gebäude. Klassische Simulationsprogramme (TRANSYS, DOE2 etc.) weisen zwar häufig sehr detaillierte Gebäudemodelle auf, komplexe technische Systeme können jedoch oft nur mit gro-ßem Aufwand in die Simulation integriert werden.

Einen neuen Weg für die gekoppelte Gebäude- und Anlagensimulation bietet die objektorientierte Modellierungssprache Modelica, die eine gekoppelte Beschreibung verschiedener physikalischer Prozesse in einer ingenieurgerechten Art und Weise ermöglicht. Komplexe Abbildungen realer Gebäude mit allen heiz- und raumlufttechnischen Anlagenkomponenten können in kurzer Zeit aus Einzelkomponenten grafisch zusammengestellt und simuliert werden. Die Einzelkomponen-ten sind thematisch sortiert in Bibliotheken abgelegt. Die vorliegenden Modelle umfassen einfa-che und komplexe Raummodelle, thermo-hydraulische Modelle, Pumpenmodelle sowie rege-lungstechnische Komponenten. Im Rahmen des Vortrags werden Anwendungsbeispiele und Einschränkungen der Berechnungsmodelle diskutiert.

 

Freitag, 16. Mai 2008, 10:00 Uhr

Regelungstechnische Ansätze zur Steigerung der Betriebsqualität und Trassenkapazität im Eisenbahnverkehr

Prof. Dr.-Ing. Jürgen Beyer

Leiter des Geschäftsbereichs Professional Service, Business Unit Traffic

PTV AG, Karlsruhe

 

Kurzfassung:

Betriebsqualität und Trassenkapazität im Eisenbahnverkehr stellen dominante Parameter dar, die ausschlaggebend für den Unternehmenserfolg im europäischen und im intermodalen Wettbewerb sind und zunehmend sein werden. Regelungstechnische Ansätze können dabei helfen, Effizienz, Flexibilität und das Zusammenspiel der betroffenen ökonomischen und technischen Prozesse zu steigern bzw. zu verbessern. Dies zielt besonders auf die erweiterten Anforderungen an die Planungswerkzeuge sowie auf die Verbesserung der Planungsumsetzung im realen Betrieb ab.

Nach einer Einführung in das Thema anhand aktueller Aktivitäten erfolgt die Diskussion einer regelungstechnischen Sichtweise des Problems, wobei der Zuglauf als stochastischer Prozess und der Fahrplan als Sollwert interpretiert wird. Neben einer Verspätungsanalyse werden die Funktionsweise der Zuglaufregelung, eine dynamische Sollwertgenerierung für den Zulauf auf einen Eisenbahnknoten, das notwendige fehlertolerante Filter in der Fahrzeugnavigation sowie ein einfaches nichtlineares stochastisches Modell zur Verspätungsprognose vorgestellt.

 

Mittwoch, 14. Mai 2008, 16:00 Uhr

Process Automation Systems – turning technology into business

Prof. Dr.-Ing. Michael Bruns, Vice President Process Automation

Siemens AG, Karlsruhe

Otto Jellema, Project Manager

Siemens Management Consulting, München

 

Kurzfassung:

Systeme zur Prozessautomatisierung stellen heute und zukünftig den Schlüssel zur effizienten und wirtschaftlichen Produktion dar. Sie bewegen sich dabei im Spannungsfeld neuer Technologien, höchster Ansprüchen an Sicherheit und Zuverlässigkeit sowie nicht zuletzt von Wirtschaftlichkeit und Investitionssicherheit.

In dem Vortrag wird anhand eines Benchmarking-Ansatzes aufgezeigt, wie technische Innovationsfähigkeit im Bereich der Prozessautomatisierung in ein nachhaltig ertragreiches Geschäft umgesetzt werden kann und welche Erfolgsfaktoren hierbei entscheidend sind.

 

Mittwoch, 16. April 2008, 16:00 Uhr

Steuerung und Regelung von MIMO-LTI-Systemen mit Hilfe von Basisgrößen

Prof. Dr.-Ing. Dr.rer.nat Kurt Reinschke

Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik

Institut für Regelungs- und Steuerungstheorie, Technische Universität Dresden

 

Kurzfassung:

Im Vortrag wird eine generelle Methodik der Steuerung und Regelung von MIMO-LTI-Regelstrecken vorgestellt. Das Streckenmodell wird dabei durch ein Algebrodifferential-Gleichungssystem beschrieben, das nach Laplace-Transformation im Bildbereich als ein polynomiales algebraisches Gleichungssystem behandelt wird.

Es werden Basisgrößen definiert, deren Anzahl durch die Zahl der vorgegebenen (skalaren) Eingangsgrößen, die zur Steuerung und Regelung der Strecke zur Verfügung stehen, bestimmt ist. Alle in der Streckenbeschreibung vorkommenden Systemgrößen (einschl. der Eingangsgrößen) lassen sich unter Bezug auf irgendeinen Satz von Basisgrößen parametrieren, d.h. als polynomiale Linearkombinationen der Basisgrößen darstellen. Die Gesamtheit aller Basisgrößensätze kann mathematisch beschrieben, aber nicht unmittelbar praktisch genutzt werden. Deshalb wurde ein Verfahren zur zielgerichteten Auswahl von Basisgrößensätzen entwickelt, mit denen das Steuerungsproblem zweckmäßig bearbeitet werden kann.

Liegt eine polynomiale Streckenbeschreibung vor und wurde ein Satz von Basisgrößen fixiert, so kann man die Gesamtheit aller (wohldefinierten) Regler im Standardregelkreis angeben. Auf Vorschriften zur Berechnung praktisch brauchbarer stabilisierender Regler wird näher eingegangen.

Schließlich wird das Gesamtkonzept einer Trajektoriensteuerung mit Folgeregelung diskutiert und anhand nichttrivialer Simulationsbeispiele illustriert.