Sommersemester 2004
Mittwoch, 21. Juli 2004, 16:00 Uhr
Aktive Kompensation von Aggregateschwingungen im Kfz
Prof. Dr.-Ing. Ferdinand Svaricek
Institut für Systemdynamik und Flugmechanik, Fakultät für Luft- und Raumfahrttechnik, Universität der Bundeswehr München, Neubiberg
Kurzfassung:
Moderne Steuer- und Regelungsverfahren werden im Kraftfahrzeug auch im Komfortbereich eine zunehmende Bedeutung erlangen. Eine interessante Anwendung ist der Bereich der Aggregatelagerung von Kraftfahrzeugen, da hier die konventionelle, passive Lagerungstechnik immer mehr an ihre Grenzen stößt. Der Vortrag wird einen aktuellen Einblick über die Möglichkeiten der aktiven Schwingungskompensation im Bereich der Aggregatelagerung von Kraftfahrzeugen geben. Nach einer kurzen Darstellung der Anforderungen und Aufgaben einer modernen Aggregatelagerung wird zunächst ein Blick auf die Geschichte der aktiven Schall- und Schwingungskompensation geworfen. Anschließend werden Steuer- und Regelungskonzepte vorgestellt und diskutiert, die sich bei der aktiven Schall- und Schwingungskompensation bewährt haben. Nach der Darstellung des Aufbaus und der Wirkungsweise eines aktiven Tilgersystems zur Kompensation von periodischen Aggregateschwingungen werden abschließend experimentelle Ergebnisse diskutiert.
Mittwoch, 07. Juli 2004, 16:00 Uhr
Regelsysteme zur Fahrerassistenz
Dr.-Ing. Karl Naab
Vorentwicklungsprojekte Elektronik, EF60, BMW Group, München
Kurzfassung:
Unterschiedliche Fahrerassistenzsysteme halten gegenwärtig Einzug in moderne Fahrzeuge. Sie sollen helfen, Autofahren künftig noch komfortabler, sicherer, effizienter und umweltverträglicher zu gestalten. Multisensorische Systeme zur Erfassung von Fahr-Umfeld, Fahrzeug und Fahrer liefern Informationen über die aktuelle Fahrsituation, ähnlich wie der Fahrer diese wahrnimmt. Damit können Fahraufgaben intelligenten Regel- und Überwachungssystemen übertragen werden, deren Verhalten möglichst fahrerkonform zu gestalten ist. In diesem Vortrag werden einige Assistenzsysteme vorgestellt und regelungstechnische Ansätze für die Unterstützung bei der Längs- und Querführung diskutiert.
Mittwoch, 02. Juni 2004, 16:00 Uhr
Patente in der Regelungstechnik - Überblick, Nutzen, Chancen
Dipl.-Ing. Volker Vanek
Innovationsberater, PROvendis GmbH, Mülheim an der Ruhr
Kurzfassung:
Das grundsätzlich dem Erfinder zustehende Recht auf das Patent kann unter bestimmten Bedingungen auf Dritte übergehen. Die Regelungen des Gesetzes über Arbeitnehmererfindungen sehen deshalb vor, dass die Erfindungen von angestellten Erfindern unter Beachtung formeller Voraussetzungen grundsätzlich auf den Arbeitgeber übergehen. Dieser kann für diese Erfindungen auch Schutzrechte anmelden, während dem Arbeitnehmer dann ein Anspruch auf Vergütung zusteht. Seit Inkrafttreten der ersten Stufe der Novellierung des Gesetzes über Arbeitnehmererfindungen am 7. Februar 2002 gilt dies auch für Erfindungen von Professoren, Dozenten und wissenschaftlichen Assistenten an Hochschulen.
Der Patentschutz bietet somit auch den Hochschulen, die bisher noch nicht in diesem Maße genutzte Möglichkeit einer wirtschaftlichen Entfaltung durch Verwertung der eigenen technischen Entwicklungen. Ohne diesen Schutz wären die Entwicklungsergebnisse der Hochschulen jedermann frei zugänglich, und die Möglichkeit, die aufgebrachten Forschungskosten wieder einzuspielen oder gar einen Gewinn zu erzielen, sehr gering. Die Nutzung des Patentschutzes ist folglich der einzige sichere Weg, andere Wettbewerber von der Nutzung der eigenen technischen Entwicklungen abzuhalten und selbst eine Spitzenposition auf einem gewissen Forschungsgebiet zu erwerben oder zu bewahren.
Der Vortrag wird zum einen in die Grundzüge des Patentrechts einführen und auf die für die Regelungstechnik relevanten Themenbereiche, wie die vieldiskutierte Patentierung von "Software" oder Regelungstechnik im medizinischen Bereich, besonders eingehen. Ein weiterer zentraler Punkt wird die Darstellung der Auswirkungen der Novellierung des Arbeitnehmererfindergesetzes auf Kooperationsprojekte zwischen Universitäten und der Industrie sein.
Mittwoch, 05. Mai 2004, 16:00 Uhr
Anwendungen und Potenzial formaler Methoden in der Automatisierungstechnik
Prof. Dr.-Ing. Stefan Kowalewski
Lehrstuhl für Informatik XI, Software für eingebettete Systeme, RWTH Aachen
Kurzfassung:
Unter formalen Methoden versteht man auf mathematisch strengen Darstellungsmitteln und Verfahren beruhende Vorgehensweisen zur Beschreibung, Analyse und Realisierung von Entwürfen. Ihre praktische Anwendung war bis vor kurzem auf wenige, gut strukturierte Problemfelder beschränkt, z.B. Hardware-Logikdesign. In den letzten Jahren entwickelte sich aber auch die formale Verifikation von Software zu einer belastbaren Technologie, was sich heute in der Verfügbarkeit kommerzieller Werkzeuge ausdrückt. Damit sind die formalen Methoden auch für die Automatisierungstechnik zu einem interessanten Hilfsmittel geworden. Der Vortrag stellt unterschiedliche Ansätze zu Verifikation von Automatisierungssoftware vor und diskutiert ihr Anwendungspotenzial in unterschiedlichen Bereichen der Automatisierungstechnik.


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