Historie des IRT
1957 - 1977

- Univ.-Prof. Dr. phil. nat. Otto Schäfer
Univ.-Prof. Dr. phil. nat. Otto Schäfer wird zum 1. Oktober 1957 von der Fakultät für Maschinenwesen und Elektrotechnik als erster Institutsleiter berufen.
Prof. Schäfer (geb. 1909 in Offenbach am Main) ist promovierter Physiker, der jedoch bereits im Wintersemester 1948/49 eine gut besuchte Vorlesung über die Grundlagen der Regelungstechnik an der Universität Frankfurt/Main hält. In den folgenden Jahren verstärkt er seine Aktivitäten auf dem Gebiet der Regelungstechnik
An einer Tagung 1956 in Heidelberg „Regelungstechnik – Moderne Theorien und ihre Verwendbarkeit“ nimmt Prof. Schäfer mit der Bearbeitung des Abschnitts „Statistische Methoden“ und mit einem eigenen Beitrag „Anwendung der statistischen Betrachtungsweise bei der Untersuchung von Übertragungssystemen“ teil und verdeutlicht damit, dass dieses Spezialgebiet seine und die Aufmerksamkeit der Fachwelt verdient.
Im Jahr 1961 wird die Fakultät für Maschinenwesen und Elektrotechnik der RWTH Aachen geteilt; Prof. Schäfer entscheidet sich für die Fakultät für Maschinenwesen und damit für die Nähe zu den Anwendern der Regelungstechnik.
Regelungstechnik wird zum Pflichtfach für eine stetig wachsende Zahl von Studiengängen der Elektrotechnik und besonders des Maschinenbaus.
Prof. Schäfer widmet sich mit besonderer Hingabe der Lehre und der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1977 gehen mehr als 7.000 Diplomingenieure des Maschinenbaus und der Elektrotechnik durch seine Vorlesungen und Prüfungen.
An der Entwicklung der Regelungstechnik von einer Spezialdisziplin zu einem der methodenorientierten Kernfächer der Elektrotechnik und des Maschinenbaus hat Prof. Schäfer einen ganz erheblichen Anteil.
1977 - 2001

- Univ.-Prof. Dr.-Ing. Heinrich Rake
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Heinrich Rake (geb. 1936 in Rostock) wird 1971 zum wissenschaftlichen Rat und Professor für Systemtheorie ernannt. Seit 1977 leitet er das Institut, an dem er von 1966-1971 Oberingenieur war.
Neben der Lehre, die für ihn einen hohen Stellenwert besitzt und die ihm unter Studenten den Beinamen "Regel-Rake" einbringt, gelingt es ihm, vielfältige Kontakte zu Industrieunternehmen aufzubauen und zu pflegen und auf diese Art der wissenschaftlichen Ausrichtung des Instituts einen starken anwendungsorientierten Akzent zu geben.
Zu den Forschungsschwerpunkten von Prof. Rake gehören u.a. adaptive Schaltregler, Regelung und Steuerung von Handhabungsgeräten, Regelung und Steuerung von raumlufttechnischen Anlagen, die Steuerung ereignisorientierter Prozesse und die Systemanalyse. Hervorzuheben ist seine Arbeit im Bereich der Identifikation technischer Systeme, bei der unterschiedliche parametrische und nicht-parametrische Modellansätze - etwa Gewichtsfolgemodelle - behandelt werden sowie die Entwicklung angepaßter Schätzverfahren, wie die sogenannten Adjusted Least Squares-Verfahren. Erfolge auf dem Gebiet der Identifikation führen bereits Anfang der 80er Jahre zur Entwicklung erster adaptiver prädiktiver Regler, in denen Prozeßmodelle die Basis für eine vorausschauende Optimierung der Stellgrößenverläufe bilden. Diese Arbeit hat große Bedeutung für die Praxis und führt zu einem Patent und zur Markteinführung eines modellgestützten Kompaktreglers.
Trotz der hohen Belastung durch Lehre und Institutsleitung bringt Prof. Rake seine Fähigkeiten und seine Arbeitskraft in die akademische Selbstverwaltung ein. Beginnend im Jahr 1987 ist er als einer von drei Prorektoren der RWTH für das Ressort "Haushaltsplanung und Finanzen" der Hochschule zuständig. Als solcher hat er maßgeblichen Einfluß auf wichtige Maßnahmen zur Effektivitätssteigerung innerhalb der Hochschule. Als Beispiele seien die Einführung einer gerechten Mittelverteilung und Vorbereitungen zur Einführung der Finanzautonomie genannt.
Unter seiner Leitung werden 60 Ingenieure promoviert, darunter auch sein Nachfolger in der Funktion des Institutsleiters, Prof. Dirk Abel.
2001 - heute

- Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dirk Abel
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dirk Abel (geb. 1958 in Kotthausen) leitet seit 2001 das Institut, an dem er von 1987-1993 Oberingenieur war.
Seine Forschungsschwerpunkte bilden Verfahren zur Regelung und Steuerung, insbes. prädiktive und robuste Regelung, die Modellbildung, Identifikation und Simulation, die Automatisierung industrieller Anlagen sowie Hard- und Software für Automatisierungssysteme.


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