Wintersemester 2009/2010
Mittwoch, 3. Februar 2010, 16:00 Uhr
aviationGATE – Einblicke in das Galileo Testbed für Luftfahrt und Rollfeldführung
Dipl.-Ing. Benedikt von Wulfen
Institut für Flugführung, Technische Universität Braunschweig
Kurzfassung:
Am Flughafen Braunschweig installiert das IFF im Rahmen des Projektes UniTaS IV die pseudolitebasierte Galileo-Testumgebung aviationGATE. Das aviationGATE ist kurz vor Abschluss der Aufbauphase und dient als Testumgebung für Anwendungen der Luftfahrt. Ein innerer Ring ist bereits funktionabel und dient für erste Tests. Unter Aussendung von Galileo-Signalen auf 2 Frequenzen, drei Kanälen (E1, E5a, E5b) wird eine zusätzliche Positionierung zu bestehenden Verfahren wie GPS möglich. Das Testgebiet in der Endphase umfasst den Flughafen Braunschweig, so aber auch weite Lufträume um den Flughafen.
Der Vortrag soll einen Überblick über den Aufbau des aviationGATE geben und die gewählten Strukturen darstellen. Dabei sollen neben Grundlagen der pseudolitebasierten Ortung auch Galileo und Testbed spezielle Hürden mitaufgezeigt werden. Abschließend werden bereits Meßergebnisse der Referenzstation gezeigt, um einen Eindruck über den Betrieb des aviationGATEs zu vermitteln.
Mittwoch, 20. Januar 2010, 16:00 Uhr
Caroline – Autonomes Fahren in der Darpa Urban Challenge
Prof. Dr. rer. nat. Bernhard Rumpe
Lehrstuhlinhaber des Lehrstuhls für Informatik III, Software Engineering, RWTH Aachen
Kurzfassung:
Autonomes Fahren stellt enorme Herausforderungen an die beteiligten Disziplinen des Maschinenbaus, der Regelungstechnik, der Computer Vision und der Softwaretechnik.
OEMs sehen aber Autonomes Fahren als essentielle Basis für intelligente Fahrerassistenz.
Deshalb haben wir - als Team der TU Braunschweig - Caroline gebaut und mit ihr an der Darpa Urban Challenge 2007 erfolgreich teilgenommen. (ARD, Pro 7 und andere berichteten.)
Dieser Vortrag berichtet über die Teilnahme und gibt einen Überblick über die dabei zu lösenden technischen Herausforderungen.
Wir beschreiben die Vorgehensweise genau so wie essentielle technische Entwurfsentscheidungen.
Wir beschreiben dabei auch ein Rahmenwerk zur effizienten Entwicklung und Qualitätssicherung autonomer Vehikel.
Mittwoch, 13. Januar 2010, 16:00 Uhr
Aktuelle Trends und Technologien in der Hochfrequenz- und Antennentechnik
Prof. Dr.-Ing. Dirk Heberling
Lehrstuhlinhaber des Instituts für Hochfrequenztechnik, RWTH Aachen
Kurzfassung:
Neben energietechnischen Anwendungen und wachsenden Taktraten von Datenverarbeitungssystemen rückt die wachsende Mobilität die Hochfrequenztechnik in den Fokus des Interesses. Gerade bei der Kommunikation ist die Funkschnittstelle oft das Nadelöhr der Informationsübertragung. Im Rahmen des Vortrags soll an drei thematischen Beispielen aus Sicht automobiler Anwendungen der Stand der Technik dargestellt werden. Das Spektrum reicht hierbei von der Untersuchung des Funkkanals über moderne Ansätze der Antennentechnik, wie z.B. der MIMO-Technologie, bis hin zu Messverfahren von Antennen.
Mittwoch, 2. Dezember 2009, 16:00 Uhr
Energieeffiziente Digital-CMOS-Architekturen für zukünftige GNSS-Receiver
Prof. Dr.-Ing. Tobias G. Noll
Lehrstuhlinhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Elektrotechnik und Datenverarbeitungssysteme, RWTH Aachen
Kurzfassung:
Satellitennavigation ist heute aus vielen kommerziellen, professionellen wie privaten Einsatz- und Anwendungsgebieten nicht mehr wegzudenken. Neben dem Einsatz in reinen Navigationsempfängern sind GPS-Komponenten nahezu selbstverständlicher Bestandteil von „Feature Phone“-Mobilfunkterminals. Neuere Anwendungen wie „GPS-Tagging“ in der digitalen Fotografie oder „GPS Wrist Watches“ lassen ein noch erhebliches Entwicklungspotential erwarten. Derzeit arbeiten praktisch alle diese Empfänger im US-amerikanischen „GPS NavStar“-System. Mit der Etablierung des neuen europäischen „Galileo“-Systems und des chinesischen „COMPASS“- („Beidou-2“-) Systems sowie der Modernisierung des russischen „GLONASS“-Systems werden zukünftig jedoch mindestens vier GNSS-Systeme zur Verfügung stehen.
Aus Sicht der Anwendungsseite besteht weiterer Verbesserungsbedarf bei der Verfügbarkeit (Urban Street Canyons, Indoor, etc.). Neben der weiteren Verbesserung der Empfindlichkeit, z.B. durch immer raffiniertere Konzepte für den Korrelationsempfang, besteht ein Ansatz zur Verbesserung der Verfügbarkeit in der gleichzeitigen („multioperablen“) Nutzung mehrer GNNS-Systeme. Ein weiterer Ansatz besteht z.B. in der Überbrückung von Ausfallzeiten durch die Einbeziehung von Beschleunigungsinformationen. All diese Konzepte erfordern eine immer ausgefeiltere Signalverarbeitung auf der Empfängerseite und damit eine immer höhere Rechenleistung.
Andererseits besteht jedoch, zumindest für eine große Mehrzahl der Anwendungen, die Notwendigkeit einer signifikanten Reduktion des Energiebedarfs und damit einer Verlängerung der Betriebsdauer mit einer Akkuladung.
Diese konträren Forderungen führen zu einem Konflikt zwischen Rechenleistung und Flexibilität auf der einen, sowie Verlustleistungsaufnahme und Energiebedarf auf der anderen Seite. Es werden neue Architektur-, Schaltungs- und Entwurfskonzepte für den Digitalteil zukünftiger Satellitenempfänger aufgezeigt, die diesen Konflikt überwinden sowie eine flächeneffiziente und damit kostengünstige Implementierung als Komponente so genannter Systems-on-Chip gestatten.


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