Beiträge zur Regelungstechnik
Programm Sommersemester 2012
Mittwoch, 2. Mai 2012, 17:00 Uhr
Galileo - Das Infrastruktursystem der Echtzeitgesellschaft des 21. Jahrhunderts
Prof. Dr. J. Weyer
Fachgebiet Techniksoziologie
Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
TU Dortmund
Kurzfassung:
Der Vortrag befasst sich mit der Entstehungsgeschichte von Galileo und zeichnet die politischen Prozesse nach, die dazu geführt haben, dass Europa ein eigenes Satellitennavigations-System entwickelt. Galileo – so die These – ist ein wichtiger “Hebel”, mit dessen Hilfe die Europäische Kommission eine Politik der Zentralisierung von Kompetenzen in Brüssel betreibt.
Der Vortrag wirft darüber hinaus einen Blick in die Zukunft der mobilen Echtzeitgesellschaft. Die Technologien des 19. und 20. Jahrhunderts (Eisenbahn, Auto, Flugzeug, Telefon) haben Zeit und Raum tendenziell bedeutungslos werden lassen. Mit mobilem Internet und ortsbezogenen Diensten wird es hingegen immer wichtiger, wo sich welche Person (bzw. welches Objekt) zu welchem Zeitpunkt befindet. Damit verbreitet sich jedoch auch eine Logik der totalen Kontrolle, die in der Logistik vielleicht sinnvoll sein mag, im privaten Alltag hingegen zum Albtraum werden kann.
Mittwoch, 30. Mai 2012, 16:00 Uhr
The Reduced Basis Method Introduction and Application to Optimal Control
Prof. K. Veroy-Grepl und Prof. M. Grepl
beide RWTH Aachen
Kurzfassung:
The role of numerical simulation in engineering and science has become increasingly important. The tremendous advances in numerical analysis and in computing power over the past decades have resulted in the availability of computational methods for increasingly complex systems. These systems typically involve a variety of parameters, e.g. physical, geometric, loading, or control parameters. Furthermore, in many applications, the goal is not to merely predict the system behavior, but to solve an inverse, design, control, optimization, or parameter estimation problem, possibly in real-time. The solution of such problems typically require repeated simulations at different parameter values. For complex systems, this task can easily become infeasible despite increased computing capabilities. Thus, fast and reliable reduced computational models are a necessity.
The reduced basis method is a model order reduction technique which provides efficient and reliable approximations to solutions of parametrized partial differential equations (PDEs) in real-time or in the limit of many queries. In this talk, we first present a short introduction to the reduced basis method and review the main ideas and concepts. We then consider several applications from science and engineering, focusing in particular on optimal control of partial differential equations. In each example we present numerical results that confirm the validity of the approach
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Mittwoch, 11. Juli 2012, 16:00 Uhr
Entwurf von Zustandsrückführungen für Systeme mit örtlich verteilten Parametern
Dr.-Ing. F. Woittennek
Institut für Regelungs- und Steuerungstheorie
TU Dresden
Kurzfassung:
folgt
Donnerstag, 12. Juli 2012, 10:00 Uhr
Explizite prädiktive Regelung nichtlinearer Systeme unter Verwendung suboptimaler Regelgesetze
Dipl.-Ing. M. Schulze Darup
Lehrstuhl für Regelungstechnik und Systemtheorie
Ruhr-Universität Bochum
Kurzfassung:
Die modellprädiktive Regelung (MPC) beschränkter Systeme ist in der Praxis etabliert. Ein großer Vorteil der MPC liegt in der Möglichkeit, Eingangs- als auch Zustandsbeschränkungen in natürlicher Weise berücksichtigen zu können. Nachteilig ist allerdings, dass zur Laufzeit des Reglers laufend Optimalsteuerungsaufgaben zu lösen sind. Die explizite MPC (EMPC) umgeht dieses Problem, indem die Optimalsteuerungsaufgabe so umgeformt wird, dass sie vor der Laufzeit des Reglers analytisch gelöst werden kann.
Für lineare Systeme niedriger Ordnung mit wenigen Beschränkungen kann das explizite MPC-Gesetz exakt bestimmt werden. Im nichtlinearen Fall ist dies im Allgemeinen nicht möglich. Der Vortrag stellt eine Methode zur Approximation expliziter prädiktiver Regelgesetze für nichtlineare, zeitdiskrete Systeme vor. Insbesondere wird auf die Sicherstellung von Stabilität, die Größe des Einzugsgebietes und die schlanke Repräsentation des suboptimalen Reglers eingegangen.

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